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Eckernförde 15. Mai 2010
Bilderreihe: Gestrandete Yacht erfolgreich gekrant! "Mutti" schwimmt wieder!
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Eckernförde. Spielte der Segelkultthriller das "Rätsel der Sandbank" von Eskine Childers vornehmlich in den Gewässern
der ostfriesischen Inselwelt im wilhelminischen beginnenden 20. Jahrhundert, so war Rätsel der Sandbank 2010 am
Eckernförder Hundestrand ein lösbares Bergungsrätsel für das Eckernförder THW.
Zur Vorgeschichte - An dem stürmischen Maiwochenende 7. bis 8. Mai hatte sich die 8,60 m lange, 34 Jahre alte
Segelyacht "Mutti" vom Bojenfeld bei Hemmelmark an der Nordseite der Eckernförder Bucht losgerissen und trieb
auf den Hundestrand an Eckernfördes Südstrand zwischen Erprobungsstelle und Seelust in Höhe des Bahnübergang
"Seegarten".
Für den 36jährigen Eigner Henning Vogt, der auf dem Boot lebt und just das Wochenende in Berlin war, ein echtes
Desaster. Doch Eckernförde zeigt Herz und auch das Eckernförder THW. Die Woche über sicherte und trocknete Henning
Vogt sein Inventar am Strand und wechselte die Kajüte in Schieflage gegen ein kleines Zelt. Nicht nur neugierige
Strandgänger waren gekommen, die den Skipper auf dem Trockenen mit Lebensmitteln versorgten, sondern auch die Eckernförder
THW-Helferinnen und Helfer kamen und entwickelten einen Plan.
Nachdem die rechtlichen Angelegenheiten und Kostenübernahmen geklärt waren, stand dieser Bergung nichts mehr im Wege.
Abgerechnet wird eine solche sonstige technische Hilfeleistung nach den üblichen Abrechnungsrichtlinien des THW.
Für die teilnehmenden Helferinnen und Helfer war dies außerdem eine geeignete Übung unter Realbedingungen.
Hauptknackpunkt war zum einen die Sandbank über die das Boot in Schieflage rübergezogen werden musste. Dafür durfte
der Wind nicht zu ablandig sein, damit der Pegel langte. Zweites Problem war das Kranen der knapp 2 Tonnen schweren
Yacht, deren Kiel allein über 800 Kilo wiegt. Sie einfach aufheben und ins Wasser setzten ginge nicht, weil bei
dem 34 Jahre alten GFK-Boot, die Möglichkeit von Rumpfschäden, unter anderem auch beim Übergang vom Rumpf zum Kiel
nicht riskiert werden sollten.
So mußte das Boot möglichst ohne große Lageveränderung versetzt werden. Da der Eckernförder THW-Ortsverband
nur einen 10mt Ladekran (einfach erklärt bei einer Auslage von 10 Metern kann dieser Kran circa eine Tonne
bewältigen) am MAN 6x6 Lkw hat, wurde im Rahmen der Nachbarschaftsunterstützung der Kieler THW-Ortsverband
um Mithilfe gebeten. Die dortige Fachgruppe Wassergefahren verfügt über ein fast baugleichen MAN, der
allerdings einen 19mt Ladekran hat. Der Kieler Helfer Olaf Zahn hatte aber auch noch etliche Fahrbahnplatten
mitgebracht, die sich nicht nur für die Stützstempel des Kranes bewährten.
Rund 16 Helfer unter der Führung des Gruppenführers Wassergefahren Andreas Aschendorf und des Gruppenführers
der 1. Bergungsgruppe Andreas Dördelmann hoben nach Schaufelaktivitäten zunächst mit Hebekissen das Boot leicht
an, um das Hebegeschirr unter dem Boot durchzuziehen.
Nachdem sich Olaf Zahn durch den weichen Strandsand mit seinem 3-Achser zur richtigen Position durchgekämpft
hatte, begann das erste Anschlagen an den Kran. Nach einigen kleinen Korrekturen bei den ersten Anlupfversuchen
hatte das Boot eine stabile Lage und wurde soweit angehoben und geschwenkt, dass es mit dem Mast seewärts
gerichtet, schon einmal wieder mit dem nassen Gestade in Berührung kam.
Zweimal mußte Olaf Zahn seinen Kran noch umparken, um die fast 9m lange Yacht weit genug auf die Sandbank zu hieven.
Das Bild sah insgesamt sehr gut aus, denn trotz der Schieflage dümpelte das Boot leicht im Wasser hin und her,
so dass der zweite Teil der Bergung mit Optimismus angegangen werden konnte.
Im Wasser war der Eckernförder "Faster 650" der Fachgruppe Wassergefahren gut verankert und mit Hilfe des
Greifzuges und des motorisierten Schlauchbootes wurde "Mutti" stückchenweise über die Sandbank gezogen.
Am frühen Nachmittag erlebten die zahlreichen Sehleute, die das Spektakel interessiert verfolgten, einen
begeisterten und fröhlichen Henning Vogt.
Als Dankeschön hatte die reale Mutti von Henning Vogt für die Helfer am Strand eine zünftige
Mittagsverpflegung gegrillt.
Aber nicht allein Sehleute zog die Bergung an, auch das Medieninteresse war sehr groß, nicht nur, dass sich die
Vertreter der beiden örtlichen Tageszeitungen Kieler Nachrichten und Eckernförder Zeitung fast bei diesem
Termin auf die Füsse traten, "Eigentlich habe ich ja heute frei, aber man hat die ganze Woche die Story
verfolgt und dann will man auch das gute Ende erleben" so einer der Lokalredakteure, auch der NDR war am
Strand mit 2 Fernsehteams vertreten. Neben dem "Schleswig-Holstein-Magazin" war auch ein Team von "DAS" aus Hamburg vor
Ort.
Ja und dann brauchte der Kieler 3-Achser, der auch als hochgeländegängiger Lkw mächtig mit dem Sand zu
kämpfen hatte, dann doch noch einmal die Fahrbahnplatten, die ihm dann die nötige Traktion bescherten, um
den Hundestrand zu verlassen.
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